Termine

Nov
30
Sa
Die politische Linke und die Konjunktur des Antisemitismus @ Netzwerkbüro (Am Plan 3)
Nov 30 um 10:00 – Dez 1 um 14:00

Die politische Linke und die Konjunktur des antisemitischen Ressentiments – Das Verhältnis von Subversion, Musik- und Jugendkultur zum Modernen Antisemitismus

Seit der „Affäre“ um die Verleihung des Echo-Musikpreises an Kollegah und Farid Bang spielt ein in der populären Musik und insbesondere in deutscher Jugendkultur propagierter Antisemitismus eine vermeintlich stärkere Rolle in der Öffentlichkeit. Die anschließende „Skandalisierung“ der Preisvergabe führte zwar zu einer publikumswirksamen Diskussion um Antisemitismus in der zeitgenössischen populären Musik, dem antisemitischen Ressentiment in seiner geschichtlichen und gesellschaftlichen Genese sowie den Bedingungen seiner Reproduktion wurde allerdings kaum nachgegangen. Der Workshop wird dementsprechend den Ansatz verfolgen, die in (deutscher) Jugendkultur bis heute ausgebildeten antisemitischen Ressentiments in ihrer Geschichte und ihrem gesellschaftlichen Kontext durchzuarbeiten. Im Workshop wird dabei zuerst der Entstehungskontext sowohl des Modernen Antisemitismus als auch “linker” bzw. „subversiver“ Politik im 19. Jahrhundert betrachtet. Dabei wird angenommen, dass heutige Jugendkultur sowie die in ihr propagierten antisemitischen Narrative bloß im Zusammenhang mit der historischen Herausbildung von Jugendbewegungen und ihrem Verhältnis zu Subversion, linker Politik (als auch zu reaktionären, sowie eskapistischen Aktionsmustern) sowie zu der Krise der modernen Gesellschaft begriffen werden können. Im zweiten Schritt sollen dann die verschiedenen Zeichen und Narrative von Subversion, Widerstand und Antikapitalismus in Musikkultur mit einem Wissen über die historische Entwicklung dieser vermeintlich anti-hegemonialen Bewegungen konfrontiert werden, um die Genese von dem heute in Jugend- und Musikkultur virulenten Antisemitismus zu verstehen.

Der Workshop findet an zwei vollen Tagen an einem Wochenende statt und wird durch eine Kombination von vorbereiteten Inputs durch die Referentinnen, Close-Readings theoretischer Texte sowie gemeinsamer Analyse von Zeitdokumenten gestaltet.
Luise Henckel und Kolja Huth studieren in Frankfurt bzw. Lüneburg und beschäftigen sich inner- als auch außeruniversitär mit Antisemitismus, Kritischer Theorie und der Geschichte linker Politik.

Der Workshop findet in den Räumen des Netzwerkbüros (Am Plan 3) statt. Am Samstag den 30.11. beginnen wir um 10 Uhr und enden gegen 18 Uhr. Eine Mittagspause sowie andere Pausen sind eingeplant. Am Sonntag beginnen wir um 10 Uhr und wollen gegen 14 Uhr fertig sein.

Die Veranstaltung wird organisiert vom Bündnis gegen Antisemitismus Marburg in Kooperation mit der SJ – Die Falken Marburg. Sie findet in Kooperation mit der Amadeu Antonio Stiftung im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus statt.