Kundgebung: 1 Jahr nach Hanau

Wann:
19/02/2021 um 15:00 – 18:00
2021-02-19T15:00:00+01:00
2021-02-19T18:00:00+01:00
Wo:
Erwin-Piscator-Haus

1 Jahr nach Marburg:

🗓19.Februar
🕒15:00 Uhr
📍Erwin-Piscator-Haus Marburg

Die Grenze liegt nicht zwischen Innen und Außen
Sondern zwischen Unten und Oben
Die einen gehen Yachten shoppen
Die anderen gehen unter in Booten
Wettkampf, der bestimmende Faktor in diesem System
Wer nĂŒtzt? Wer wird abgeschoben? Gewinner kann’s ohne Verlierer nicht geben
– Disarstar, Bist du wach? (Hanau Benefiz Song)

Vor genau einem Jahr wurden in Hanau neun Menschen durch einen rassistischen Anschlag ermordet: Ferhat Unvar, Mercedes Kierpacz, Sedat GĂŒrbĂŒz, Gökhan GĂŒltekin, Hamza Kurtović, Kaloyan Velkov, Vili Viorel Păun, Said Nesar Hashemi und Fatih Saraçoğlu. Heute mĂŒssen wir immer noch zusehen, wie die Rechtsentwicklung voranschreitet – ganz vorne dabei sind Politiker*innen wie Sarrazin, Seehofer, Höcke und Weidel. Statt sich gegen rassistisches Gedankengut zu stellen, aufzuklĂ€ren und die sozialen Ursachen dahinter zu bekĂ€mpfen, verbreiten Medien wie BILD und RTL Hass und Hetze, was beitrĂ€gt zum Erstarken der Rechten, zu Rassismus und Menschenfeindlichkeit. Auch die Ermordung des Kasseler RegierungsprĂ€sidenten Walter LĂŒbcke, die staatlich untermauerten Repressionen des NSU 2.0, der Terror in Halle und der rechtsterroristische Anschlag in Hanau zeigen, dass rechte Attentate noch lange nicht der Vergangenheit angehören. Der NSU-Prozess hat die Fragezeichen um den NSU-Komplex nicht aufgelöst. Im Gegenteil: die Theorie vom TĂ€tertrio wurde starr beibehalten statt des gesamten Netzwerks dahinter zu durchleuchten. Im Zusammenhang mit Halle und Hanau wird erneut von EinzelfĂ€llen gesprochen. Das ist schon in Anbetracht der HĂ€ufigkeit von rechten AnschlĂ€gen absolut absurd und nicht hinnehmbar. Die versprochene Aufarbeitung und UnterstĂŒtzung der Angehörigen durch die Behörden wurde nicht eingehalten. Fehlverhalten der SicherheitskrĂ€fte, Schludrigkeit bei der Justiz und Polizei in den Ermittlungen reihen sich damit im roten Faden ein, dass die NotausgangstĂŒr in der Tatnacht auf staatliche Anordnung hin verschlossen war aufgrund rassistisch begrĂŒndeter “Fluchtgefahr” bei Razzien in Shisha-Bars.

Wir mĂŒssen Rassismus effektiv bekĂ€mpfen! Dazu muss auch die soziale Frage mit in den Vordergrund gerĂŒckt werden. Um aufzeigen zu können, dass nicht Menschen mit Migrationshintergrund die Verantwortlichen des Problems sind, sondern die neoliberale Politik. Diese trĂ€gt dazu bei, dass arbeitende Menschen immer mehr in den Abgrund gezerrt werden und die rechten Parteien diesen NĂ€hrboden fĂŒr sich nutzen, um noch weiter zu spalten. Das wird besonders an der Wohnungsfrage in Marburg deutlich. DarĂŒber hinaus brauchen wir freie Entfaltungsmöglichkeiten der fortschrittlichen und demokratischen KrĂ€fte in Marburg, die besonders in Zeiten der Pandemie immer weniger BetĂ€tigungsrĂ€ume erhalten. Stattdessen wird gegen soziale Probleme mit repressiver Polizei vorgegangen, wie hĂ€ufiger an den Lahntreppen zu beobachten ist. Aus diesen GrĂŒnden rufen wir euch auf, 1 Jahr nach Hanau am 19. Februar 2021 an der Kundgebung am Erwin-Piscator-Haus teilzunehmen und laut zu sein gegen Rassismus!

Kein Vergeben, kein Vergessen!

Petition der Platform SolidaritÀt simdi:
http://change.org/solidaritÀtsimdi

Gemeinsamer Aufruf von:

DIDF Jugend Marburg
SolidaritÀt simdi Plattform Marburg
DGB Jugend Mittelhessen
Junge NGG Marburg
Gew Studis Marburg
VVN-BdA Marburg
SeebrĂŒcke Marburg
AStA Marburg
AuslÀnderbeirat Marburg
FFF Marburg
IL Marburg
AKJ Marburg
KritMed Marburg
SoFiKuS Marburg
Autonomes Schwulen Referat Marburg
Autonomes Frauen Lesben Referat Marburg
AgF Marburg
Die Falken Marburg
BDAS Marburg
GrĂŒne Jugend Marburg-Biedenkopf
Jusos Marburg-Biedenkopf
SDS Die Linke Marburg
SDAJ Marburg