Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus

Wann:
04/12/2019 um 19:30 – 21:00
2019-12-04T19:30:00+01:00
2019-12-04T21:00:00+01:00
Wo:
Jüdische Gemeinde Marburg

Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus – Erkenntnisse aus den neueren Forschungen zum Antisemitismus im Alltag und in den Institutionen

Politische Reihe: Vortrags- und Diskussionsabend
Termin: Mittwoch 4. Dezember 2019, 19:30 Uhr
Referentin: Prof. Dr. Julia Bernstein, Frankfurt
Moderation: Jochen Schmidt, hr
Ort: Synagoge, Liebigstraße 21a

Im Vortrag von Prof. Dr. Julia Bernstein werden die Befunde aus den neueren Forschungen im Bereich Antisemitismus präsentiert. Besonderer Wert wird auf die Perspektiven der Betroffenen auf Antisemitismus im Alltag und im schulischen Bereich gelegt. Darüber hinaus werden die ersten Erkenntnisse in Bezug auf die Rezeption des Antisemitismus bei den Lehrkräften im Schulsystem dargestellt und interpretiert. Folgende Fragen werden unter anderem im Vortrag behandelt: Wie kommt es, dass 74 Jahre nach dem Holocaust das Schimpfwort „Du Jude“ das am meisten verbreitete Schimpfwort auf dem deutschen Schulhof geworden? Wie schlimm ist das Problem und aus welchen Komponenten besteht es? Wie wird Rassismus gegen Antisemitismus ausgespielt? Welche Stereotypen sind importiert und welche hausgemacht? Was ist der Unterschied zwischen einer legitimen Kritik an israelischem Regierungshandeln und Antisemitismus?

Prof. Dr. Julia Bernstein ist Professorin für soziale Ungleichheiten und Diskriminierungserfahrungen im Fach Soziale Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeiten und Rassismen in den Institutionen, visuellen Medien und im Alltag, Migrationsprozesse durch Transnationalisierungsperspektiven, Interkulturalitätsfragen, Migrationsprozess russischsprachiger Juden in Israel und Deutschland, Jüdische Identität im gesellschaftlichen Wandel, Stereotypisierungs- und Ethnisierungsprozesse. In ihrer Arbeit kombiniert sie qualitative Forschungsmethoden (Ethnographie und Biographieforschung) mit alternativen Kunstmedien.